Jahresbericht 2010

Jahresbericht - Tätigkeitsbericht 2010

Bericht über die Tätigkeiten im Jahr 2010:
Das ÖHTB verfügte im Jahr 2010 im Bereich WOHNEN über 188 Plätze im vollbetreuten Wohnen und über 140 Plätze im teilbetreuten Wohnen. Im Bereich ARBEITEN verfügt das ÖHTB über 313 Plätze. Das Leistungsangebot des ÖHTB wurde im Geschäftsjahr konsequent weiter verfolgt und ausgebaut.
Der ÖHTB Fahrtendienst hat im Jahr 2011 strategisch neue zusätzliche Geschäftsfelder entwickelt, um die bestehenden Strukturen besser auslasten zu können.
Das ÖHTB Fachwerk hat unverändert die bestehenden Werkstätten betrieben.
Der Mitarbeiterstand hat sich gegenüber dem Vorjahr um 6 Personen erhöht und betrug im Monatsdurchschnitt 270 Personen. Rund 166 MitarbeiterInnen haben an internen und externen Weiterbildungen teilgenommen. Alle pädagogischen MitarbeiterInnen haben Supervision in Anspruch genommen.

Selbstdarstellung des ÖHTB:
Gründung
1981 wurde auf Initiative von Eltern taubblinder Kinder, Lehrern und Freunden das Österreichische Hilfswerk für Taubblinde und hochgradig Hör- und Sehbehinderte (ÖHTB) als Elternverein gegründet. Im Jahr 1987 wurde es als Trägerorganisation aktiv.
Die Vereinsregisternummer lautet:  ZVR N: 399 183579

Vertretungsbefugte Organe
Frau Christa Heinemann, Obfrau
Frau Gerda Brödl, Obfrau Stellvertreterin
Gremien, die über die Verwendung von Spenden entscheiden
Der Vorstand entscheidet auf Vorschlag der Geschäftsleitung.

Vereinszweck des ÖHTB
Das ÖHTB ist ein gemeinnütziger Verein, der sich die Beratung, Betreuung, Ausbildung und berufliche Förderung von Menschen mit Sinnes- und Mehrfachbehinderungen zur Aufgabe gemacht hat. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, wurden Einrichtungen in den Bereichen Wohnen, Arbeiten, Frühförderung, Altenbetreuung, Beratung und Fahrtendienst geschaffen.

DAS WOHNEN
Im Wohnbereich stellen wir zur Zeit 17 Wohngemeinschaften mit daran angeschlossenen Trainingswohnungen für insgesamt rund 188 Menschen mit Behinderungen bereit und bieten für derzeit 140 Personen ambulante Betreuung auf teilbetreuten Wohnplätzen an.
Die von uns geschaffenen Wohneinheiten nehmen auf die individuellen Bedürfnisse der BewohnerInnen Rücksicht. In unseren Wohngemeinschaften hat jedEr BewohnerIn das Recht auf ein eigenes Zimmer. Es ist jedoch auch möglich, auf ausdrücklichen Wunsch der BewohnerInnen, zu zweit (als Paar) in einer Garconniere zu wohnen. Ist die intensive Betreuung einschließlich Nachtbereitschaft von BetreuerInnen in einer Wohngemeinschaft für jemanden nicht mehr nötig, kann ein Wechsel auf teilbetreutes Wohnen - in eine mobil betreute Kleinwohnung - erfolgen.

Die Lage der Wohnungen wird innerhalb der Stadt so gewählt, dass eine gute Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln gegeben ist. Die Infrastruktur erlaubt eine Integration in die Wohnregion; Geschäfte und der Arbeitsplatz sind gut erreichbar.Wir gehen von einer lebenslangen persönlichen Entwicklungsmöglichkeit des Menschen aus und unterstützen unsere KlientInnen bei der Erreichung größtmöglicher Selbständigkeit.

SENIORINNEN-PROJEKT
Um als lebensbegleitende Einrichtung auch auf die speziellen Bedürfnisse von SeniorInnen mit Behinderungen eingehen zu können, bietet das ÖHTB seit Dezember 2004 eine eigens für diese Personengruppe gestaltete Wohnform mit flexibler Tagesstruktur an.

DAS ARBEITEN
In unseren Werkstätten bieten wir für 313 Menschen mit Behinderungen Arbeit im Rahmen der Beschäftigungstherapie (Tagesstruktur) an. Die Betreuung und Förderung richtet sich nach den besonderen Bedürfnissen unserer KlientInnen. Um unseren KlientInnen eine ihren Fähigkeiten entsprechende Entwicklungsmöglichkeit bieten zu können, führt das ÖHTB insgesamt 9 Werkstätten, die unterschiedlich strukturiert sind und unterschiedliche Anforderungen an die KlientInnen stellen.
Ein zentraler Punkt der Arbeit im Rahmen der Beschäftigungstherapie ist das Erlernen und Einhalten einer Tagesstruktur, die Einbettung in den sozialen Kontext und das Eingehen auf die individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten der/s Einzelnen um für jede/n Klientin/en das bestmögliche Arbeitsangebot zu finden.
Die Arbeitsschwerpunkte, die in den einzelnen Einrichtungen gesetzt werden, umfassen Haushaltsgruppen, kunsthandwerkliches Arbeiten mit einer Vielfalt von Materialien wie z.B. Textil, Ton, Holz, Metall, Papier, Glas etc., eine Tischlerei, eine Buchbinderei, eine Lagergruppe, ein Schulungsrestaurant und Gruppen zur Wissenserweiterung.
Im handwerklich-kreativen Tun steht in allen Einrichtungen der Prozess im Vordergrund, sich selbst zum Ausdruck zu bringen, den eigenen Handlungsspielraum zu erweitern und dadurch eine Steigerung der eigenen Lebensqualität zu bewirken. Die auf diesem Weg entstehenden Produkte sind Unikate und werden auch als solche zum Verkauf gebracht.
Unser Ziel ist es, in unseren Werkstätten für unsere KlientInnen arbeitsnahe Bedingungen zu schaffen, die gegebenenfalls, aber nicht notwendigerweise, die Vorbereitung für eine Erwerbsarbeit darstellen.
Darüber hinaus bieten die einzelnen Einrichtungen entsprechend ihrer Schwerpunktsetzung und ihrem jeweiligen Konzept unterschiedliche arbeitsunterstützende ‚Zusatzangebote’ an. Bewegungs- und Sportangebote, therapeutisches Voltigieren oder Kulturtechnikunterricht runden – je nach Einrichtung - das Gesamtkonzept ab.

DER FAHRTENDIENST
Mit Bussen und Spezialfahrzeugen befördern wir Menschen mit Behinderungen vom Wohnort zum Arbeitsplatz und zurück und stehen mobilitätsbehinderten Personen als Freizeitfahrtendienst zur Verfügung.

DIE FACHWERK GesmbH

Zu den betrieblichen Bereichen des ÖHTB (seit 1.1.1999 ausgegliedert in die Fachwerk GmbH) gehört die Korbflechterei. Diese bietet 19 KlientInnen Arbeit im Rahmen der Beschäftigungstherapie an, es besteht aber auch, wenn alle Kriterien dafür erfüllt werden, die Möglichkeit auf einen geschützten Arbeitsplatz. Arbeitsschwerpunkt der Korbflechterei ist die Restaurierung von Sesseln und Bänken mit der Technik des „Wiener Geflechts“. Dies stellt eine Rarität dar, da nur mehr wenige Korbflechtereien diese Arbeitstechnik beherrschen und durchführen. Auch erzeugt die Korbflechterei eine große Palette an Korbwaren. Diese reicht vom einfachen Brotkorb über Wäschetruhen bis zu Garderobewänden, die auf Wunsch auch maßgefertigt werden können.

DIE FRÜHBERATUNG und –THERAPIE
In unserer Frühberatung bieten wir mobile Frühförderung und Beratung für Kinder mit Sinnes- und Mehrfachbehinderungen an.
Ziel ist es, Eltern in pädagogischen, psychologischen, rechtlichen und finanziellen Fragen zu beraten. Weiters werden Kontakte zwischen betroffenen Eltern ermöglicht, und es gibt die Möglichkeit, eine Frühdiagnostik in Bezug auf die Entwicklung des Kindes zu erstellen.

BERATUNGSSTELLE für taubblinde und hörsehbehinderte Menschen
In unserer Beratungsstelle werden Beratungen durchgeführt und Gebärdenkurse angeboten. Der Verein ÖHTB hat im Jahre 2006 beschlossen unsere Kompetenzen auch Menschen mit doppelter Sinnesbehinderung anzubieten.
Ziele: die Beratungsstelle soll taubblinden und mehrfach sinnesbehinderten Menschen, deren Familienangehörigen, deren Betreuungspersonal, Organisationen und Einrichtungen die taubblinde und mehrfach sinnesbehinderte Menschen betreuen, Ärzten, Seniorenheimen etc. fachkundige Beratungen, Informationen und Vernetzungsmöglichkeiten anbieten. Diese Beratung kann in Wien, N.Ö. und dem Burgenland sowohl persönlich als auch telefonisch erfolgen, im ganzen Bundesgebiet ist eine telefonische Beratung möglich. Die Beratung kann fachspezifische Informationsvermittlung, Wissensvermittlung bedeuten, aber auch eine emotionale Unterstützung oder z.B. Hilfestellung bei der Suche nach kompetenten Ärzten sein.
In jedem Falle ist das oberste Ziel dieser Beratungsstelle, taubblinden Menschen eine bessere Lebensqualität zu ermöglichen. Aufgrund der speziellen Behinderung ist die Gruppe relativ klein, aber nahezu jede Person hat unterschiedlichste Ausprägungsformen, daher handelt es sich um sehr individuelle Problem- und Problemlösungsansätze.
Aufgrund unserer langjährigen Erfahrung auf dem Gebiet der mehrfachen Sinnesbehinderung und Taubblindheit sehen wir nun die Notwendigkeit der Errichtung einer Beratungsstelle für den genannten Personenkreis und können auch eine kompetente Beratung anbieten.
Wir verfügen über gute internationale Kontakte zu ähnlichen Einrichtungen in ganz Europa, bzw. weltweit (z.B. das European Deafblind Network; DbI-International, …) und können somit auch internationalen Standard in der Beratungsstelle anbieten (know-how-exchange).

Verantwortliche Personen
Für die Spendenaufbringung und Spendenverwendung ist die Obfrau des ÖHTB, Frau Christa Heinemann, verantwortlich.
Für den Datenschutz ist Frau Maga Veronika Nemeth, Geschäftsführerin des ÖHTB, verantwortlich.
Für die Spendenwerbung ist Frau Maga Astrid Stelmann verantwortlich.

Finanzbericht 2010

 

 

2010

 

Mittelherkunft

Beträge in TEUR

in %

I.

Spenden

 

 

 

a)

ungewidmete Spenden

         118.080,58

 

 

b)

gewidmete Spenden

 58.676,07

 

 

c)

gewidmete Spenden Investitionen

217.181,40

 393.938,05

  2,42

II.

Mitgliedsbeiträge

 

        735,00

  0,00

III.

Betriebliche Einnahmen

 

 

 

a)

betriebliche Einnahmen aus öffentlichen Mitteln

 15.239.932,84

 

 

b)

sonstige betriebliche Einnahmen

552.703,92

 15.792.636,76

97,17

IV.

Subventionen und Zuschüsse der öffentlichen Hand

 50.254,19

 50.254,19

   0,31

V.

sonstige Einnahmen

 

 

 

a)

Vermögensverwaltung

  1.467,33

  1.467,33

   0,01

b)

sonstige andere Einnahmen sofern nicht unter Punkt I. bis IV. festgehalten

 

                          -  

            -   

VI.

Verwendung von in Vorjahren nicht verbrauchten zweckgewidmeten Mitteln

 

                          -  

            -  

VII.

Auflösung von Rücklagen

 13.851,42

  13.851,42

    0,09

 

 

 

  16.252.882,75

 100,00

 

Mittelverwendung

 

 

 

I.

Leistungen für  die statutarisch festgelegten Zwecke

 

   14.637.484,83

 90,06

II.

Spendenwerbung

 

         115.143,08

   0,71

III.

Verwaltungsaufwand

 

         509.634,15

   3,14

IV.

sonstiger Aufwand, sofern nicht unter Punkt I. bis III. festgehalten

 

         381.894,05

   2,35

V.

noch nicht verbrauchte Zweckgewidmete Mittel

 

           60.000,00

   0,37

VI.

Zuweisung zu PRAP Subventionen

 

         198.726,64

   1,22

VII.

Dotierung von Rücklagen

 

         350.000,00

   2,15

 

 

 

  16.252.882,75

 100,00

 

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Ziel ist es, durch SINNvolles Engagement Menschen mit und ohne Behinderung zusammen zu bringen. Eine SINNvolle Tat kann alles sein, was dazu beitraegt, das Leben derer, die sich engagieren, ebenso wie das derjenigen, die Unterstuetzung erfahren, zu bereichern.

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