Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte

Im Oktober 2008 wurde die Einführung einer einheitlichen Bildsprache in allen Einrichtungen des ÖHTB gestartet. Ein Projekt, das insbesondere nichtsprechenden KlientInnen Kommunikation und soziale Interaktion ermöglichen bzw. erleichtern soll.

Initiiert wurde das Projekt unter der Leitung von Elfie Münch von den MitarbeiterInnen des ÖHTB-Gehörlosen-Arbeitskreises und dem Team der Werkstätte Wimbergergasse, in der vor allem gehörlose Menschen beschäftigt sind. Vor knapp einem Jahr begannen eben hier auch die ersten Testläufe mit dem Boardmaker, einer knapp 5000 Bilder umfassenden Datenbank zur Unterstützung der Kommunikation nichtsprechender KlientInnen.

Zusätzlich zum Einsatz der Gebärdensprache, die insbesondere für Personen mit Lernschwierigkeiten häufig einen hohen individuellen Förderaufwand bedeutet, soll die Bildsprache als Alternative für Menschen, die sich laut- oder auch schriftsprachlich nicht oder nicht genügend ausdrücken können, eingesetzt werden, um die Verständigung untereinander und zwischen sprechenden und nichtsprechenden Personen zu erleichtern.

Der Boardmaker bietet als computergestützte Datenbank knapp 5000 verschiedene grafische Bild-Kommunikations-Symbole (PCS), die im Pixelformat gespeichert sind und die jeweils für ein Wort oder eine Aktion, Eigenschaft, Sache oder Person stehen. Sie können entweder über Sprachauswahl direkt am Bildschirm abgerufen, als Symbole in Drucksorten eingefügt (z.B. Wochenplaner) oder in ausgedruckter Form als Bildkarten in der dialogischen Kommunikation eingesetzt werden.

Durch die leichte Verständlichkeit und Zugänglichkeit der Piktogramme werden nonverbale Personen motiviert und unterstützt, sich auszudrücken und mit anderen in Kontakt zu treten. Ein großer Schritt heraus aus der Isolation, denn Kommunikation ist nicht nur Informationsaustausch, Kommunikation bedeutet immer auch soziale Nähe zwischen mindestens zwei Personen. 

Die Vielseitigkeit der Einsatzmöglichkeiten von Bildern und Piktogrammen im Alltag der Werkstätte Wimbergergasse und die hier bereits zu beobachtenden Erfolge bestätigen die Grundidee des Projektes, dessen nächster Schritt es sein wird, bereits bewährte Piktogramme und Anwendungsmodule des Boardmakers in allen Einrichtungen des ÖHTB  zu implementieren. Durch die Einheitlichkeit der Piktogramme und der ihnen zugeschriebenen Bedeutung kann die Verständlichkeit der Bildsprache einrichtungsübergreifend für alle KlientInnen und BetreuerInnen innerhalb des ÖHTB gewährleistet werden.

 

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